
Das Meisterpuzzlestück für den FC Bayern: Sebastian Schweinsteiger
Heute Abend ist es soweit: Mit dem Spitzenspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München beginnt die Rückrunde einer Saison, die bisher für einiges an Spannung und Überraschungen gesorgt hat. Besonders die heute gastgebende Borussia hat nachhaltig zu überzeugen gewusst. Im Vorjahr nur durch die Relegation dem Abstieg entronnen, hat Lucien Favre den Gladbachern neues Leben eingehaucht und die Liga mit attraktivem Fußball verblüfft. Natürlich muss man aus der geschlossenen Teamleistung mit Marco Reus einen Spieler hervorheben, der dem VfL jedoch nur noch eine Rückrunde lang erhalten bleibt und dann zu Borussia Dortmund wechseln wird. Man darf nun gespannt sein, wie Reus mit dieser Situation umgeht und ob der unerwartete Erfolg der Fohlen weiter anhält. Alles andere als eine Niederlage heute Abend wäre für mich aber eine Überraschung, denn der FC Bayern bleibt für mich derzeit das Maß aller Dinge und hat nun mit Sebastian Schweinsteiger nach Verletzungspause wieder das Puzzleteil zur Verfügung, das offenbar den Unterschied zwischen Gleichwertigkeit mit den drei aktuell heißesten Konkurrenten und Überlegenheit der Bayern darstellt. Die Spitzengruppe komplettieren derzeit und meiner Ansicht nach auch bis Saisonende Borussia Dortmund und der FC Schalke 04. Während man nach der hervorragenden Vorsaison bei den Dortmundern mit einer Position im Champions League Bereich rechnen konnte, haben die Schalker es geschafft, die Wogen der Ära Magath zu glätten, Kontinuität in den Kader zu bekommen und durch das beste Sturmduo der Liga zu überzeugen. Raul und Huntelaar sind daher in meinen Augen auch die Garanten für eine ganz starke königsblaue Saison! Beim BVB hingegen sticht vor allem die Kadertiefe hervor, bei den Dortmundern fügt sich ein Spieler nahtlos ein, wenn ein anderer einmal ausfällt. Meine Prognose für die Spitzengruppe: Die Bayern machen es ohne Verletzungen der Stars souverän und sichern sich den Titel. Dahinter sehe ich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Ruhrpottrivalen. Die Gladbacher verlieren etwas den Schwung und rutschen noch aus den Champions League Plätzen, doch das 10-Punkte-Polster auf Rang sieben reicht gerade so aus.

Steht meiner Meinung nach einer Leverkusener Topsaison im Weg: Trainer Robin Dutt
Die Lage hinter dem Spitzenquartett scheint sich weitgehend geklärt zu haben, denn mit Werder Bremen und Bayer Leverkusen liegen zwei Teams auf den Europa League Plätzen, denen mehr als zuzutrauen ist, diese Platzierungen bis Saisonende zu behalten. Doch beide Teams haben Schwachstellen, die sich vielleicht noch negativ auszahlen könnten. Bei den Norddeutschen ist es die latente Abwehrschwäche, die immer wieder zu hohen Niederlagen – vornehmlich gegen direkte Konkurrenten – führt. Das kann noch nach hinten losgehen, wenn sich der Kreis der Kandidaten um die Plätze fünf und sechs erweitern sollte, vielleicht um den VfB Stuttgart, vielleicht doch Hannover 96 oder gar den Hamburger SV? Wir werden es sehen! Die Schwäche der Leverkusener ist in meinen Augen Trainer Robin Dutt, denn Jupp Heynckes hat es vorgemacht, wie man mit der jungen, aber erfahrenen Truppe erfolgreich Fußball spielt und dabei die Attraktivität nicht aus den Augen verliert. Dutt’s Version der Leverkusener hat jedoch immer wieder böse Aussetzer und das in einem Jahr, wo nicht nur ich mit Bayer im Titelkampf gerechnet habe. Ein Trainertausch unter dem Eindruck eines gefährdeten Platz sechs kann ich mir sehr gut vorstellen. Hinter den beiden Favoriten haben sich die Fronten noch nicht endgültig geklärt. Wohin geht es für Hannover 96, das nicht mehr so schnörkellos nach vorne spielt wie im Vorjahr? Kriegt der VfB Stuttgart endlich Konstanz in sein Spiel und den wirklich guten Kader in den Europapokal? Schafft es 1899 Hoffenheim endlich mal dauerhaft attraktiv und erfolgreich zu gleich zu spielen oder verblasst das Team weiter zur grauen Maus im Schatten Europas? Eines bleibt klar: Für alle genannten Klubs ist die Gefahr nach unten zu sacken genau so groß wie die Chance in Reichweite der europäischen Fleischtöpfe zu klettern. Meine Prognose also für die Europapokalplätze vier bis sechs: Bremen oder Leverkusen klaut Gladbach den Champions League Platz, aber keines der drei Teams braucht 2012/13 auf den internationalen Vergleich verzichten.

Die Kölner Lebensversicherung Lukas Podoksi - doch was passiert, wenn dieser seine Form verliert?
Das Ligamittelfeld wird daher meiner Meinung nach sehr breit und auch dauerhaft eng beisammen liegen. Neben den genannten Teams aus Hannover, Stuttgart und Hoffenheim kann daher die Reise auch für den 1. FC Podolski, ähm… Köln in beide Richtungen gehen. Sollte die lokale Galleonsfigur seine beste Karrieresaison bis zum Ende durchziehen, dann kann er ein mäßiges Domstadt-Ensemble weit ausserhalb der bedrohten Region halten. Knickt Podolski ein, dürfte es für den FC auch schnell nach unten gehen. Bei Hertha BSC Berlin bleibt abzuwarten, wie der Streit um den Trainerwechsel von Markus Babbel zu Michael Skibbe verdaut werden kann. Bisher spielte Hertha eine gute Saison im Jahr eins nach dem Wiederaufstieg, doch die Konkurrenz schläft nicht und mit dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV lauern zwei große Fische, an denen sich die Berliner verschlucken könnten. Wobei: Was aus Wolfsburg wird, das weiß kein Mensch so Recht, es sei denn er heißt Felix Magath. Ein erneuter Kaufrausch führt dazu, dass der VfL der Rückrunde so gut wie nichts mehr mit dem der Hinrunde, noch gar der Meistermannschaft zu tun haben wird. Schlagen die vielen No-Names aus ganz Europa ein, dann geht es nach vorne, klemmt es im Zusammenspiel des Würfelhaufens weiter, dann kann der Schuß auch millionenschwer in Liga zwei gehen! Besser stehen die Prognosen meiner Meinung nach beim Hamburger SV, wo Torsten Fink der richtige Mann für den Neuaufbau zu sein scheint. Die einzelnen Teilchen fügen sich immer besser zusammen, die jungen Spieler konnten sich an das Niveau der Bundesliga gewöhnen und es herrscht endlich Ruhe an der Alster! Ich rechne also stark mit einer guten Rückrunde des Bundesligaurgesteins, die vielleicht sogar noch Richtung Europa führen kann.

Wer soll Cisse in Freiburg ersetzen? Sebastian Freis alleine ganz sicher nicht!
Mit dem HSV endet für mich auch das Ligamittelfeld, alle anderen Teams sehe ich in erster Linie im Kampf um den Klassenerhalt. Aktuell liegen hier noch Mainz 05 und der 1. FC Nürnberg über dem Strich, doch beide sehe ich bis zum Ende im Abstiegsstrudel gefangen. Beide Mannschaften haben es bisher nicht geschafft, ihre gravierenden Abgänge im vergangenen Sommer zu kompensieren, so dass in der Rückrunde schon einiges passen muss, damit diese Klubs den Treibsand am Tabellenende hinter sich lassen können. Ähnliches gilt für den 1. FC Kaiserslauten, wobei ich für die Pfälzer ein besseres Gefühl habe. Für mich wird sich der FCK als erstes Team von ganz unten distanzieren und entweder Nürnberg oder Mainz in die Relegation verdrängen. Für die beiden aktuell Letztplatzierten hege ich keine Hoffnung. Der FC Augsburg ist einfach zu schwach auf der Brust, um die Liga zu halten und wird sich nach einem einjährigen Intermezzo wieder in Liga zwei zurückziehen. Der SC Freiburg hat sich durch Trainerwechsel und vor allem durch den Verkauf von Torgarantie Papiss Demba Cisse selbst die tödliche Dosis Abstieg verpasst. Wie bitte soll ein Sebastian Freis diese Lücke schließen? Ein Spieler, der in Köln Podolski und Novakovic nicht annähernd gefährden konnte und nur im Mittelfeld auf Einsatzteiten kam als Hoffnungsträger, den Ausfall von 60% der Breisgauer Tore zu kompensieren? Ein guter Witz, also wenn da nichts kommt, dann sagt auch der Sportclub “Adios Bundesliga”. Meine Prognose also für den Tabellenkeller: Augsburg und Freiburg steigen sicher ab, der Relegationsrang bekommt Besuch aus Mainz, Nürnberg oder vielleicht sogar noch Wolfsburg.
Lassen wir uns ab heute Abend am besten einfach überraschen, denn entscheidend ist ja immer noch auf’m Platz! Ich wünsche uns allen eine spannende und leidenschaftliche Rückrunde und anschließend natürlich eine hervorragende Europameisterschaft, die hoffentlich endlich wieder mit einem deutschen Erfolg gekrönt wird! Nie waren die Aussichten in meinen Augen so gut wie dieses Jahr, die Nationalelf seit Jahrzehnten nicht mehr so spielstark und personell bis auf den letzten Reserveplatz ausgeglichen auf hohem Niveau besetzt. Europameister? Das muss das Ziel sein und das Team kann es erreichen!
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Während also viele Nationalsozialisten nach dem Krieg weich im Bett der neuen Republik landeten und sich den neuen Gegebenheiten anpassten, gab es Personenkreise die damit größere Schwierigkeiten hatten: Die Angehörigen der NS-Prominenz. “Denn du trägst meinen Namen” heißt das Buch von Norbert und Stephan Lebert, Vater und Sohn, die Anfang der 1960er Jahre und noch einmal knapp vierzig Jahre später über die Kinder der Nazi-Größen berichteten. Unterschied- licher hätten die Lebensläufe kaum sein können: Von permanenter Abweisung und Hinwendung zu alten Weltanschauungen (Gudrun Himmler), über die Flucht in den Glauben (Martin Bormann jr.), sowie Liebe zum und Rehabilitationsbemühungen für den Vater (Wolf-Rüdiger Heß) und Hass auf den Schwerverbrecher als Vaterin der Familie (Niklas Frank) reicht das Spektrum der Nachkriegslebensläufe. Einigen hat die Vergangenheit geholfen, anderen wiederum kleinere und größere Steine in den Weg gelegt. Die wenigsten dieser Menschen waren alt genug am Ende des Krieges, um zu verstehen was mit ihnen geschah. Während also viele Parteigenossen nach dem Krieg wieder in wichtige Positionen kamen, war bei den meisten der exemplarisch vorgestellten Kinder der Nachname ein großes Hemmnis nach dem Motto “Aber mit DEM Himmler haben Sie doch nichts zu tun, oder?”, “Doch, er war mein Vater.”, “Danke, aber wir kommen nicht zusammen.” Das legt nahe, dass viele Nationalsozialisten nach dem Krieg trotz ihrer Taten opportunistisch die Seiten wechselten, quasi das braune Hemd gegen die weiße Weste tauschten. Scheinbar war es für sie ideologisch kein Problem nach dem gescheiterten autoritären System in einer anderen Regierungsform ihre “Karriere” fortzusetzen.
Da stellt die Frage, wieso das so ohne Probleme ablaufen konnte. Drang die Ideologisierung der Nazis nicht so tief in das Wesen der Parteigenossen ein, um dauerhaft Wurzeln zu schlagen? Oder waren so viele ehemalige NS-Schergen so kaltschnäuzig und aalglatt, ihre Vergangenheit an sich abperlen zu lassen? Die Wahrheit dürfte wohl im Opportunismus und Karrierestreben einer in militärisch-autoritärer Umgebung aufge- wachsenen Generation liegen. Dazu werde ich demnächst noch was lesen, aber es liegt nahe, dass eine militaristische Vergangenheit wie in Preußen oder Habsburg und auch eine in der Weimarer Republik oft strikt auf Befehl und Gehorsam ausgerichtete Erziehung einen Menschenschlag heranzog, der es gewohnt war zu funktionieren. Hannah Arendt, eine in Deutschland geborene, dann nach Amerika emigrierte jüdische Publizistin, bezeichnete die Art dieses Personentypus mit der Umschreibung “Banalität des Bösen”. Als sie 1961 aus Jerusalem über den Prozess gegen Adolf Eichmann berichtete – er war im Reichssicherheitshauptamt verantwortlich für die Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung des Reiches – erwartete sie zunächst einen ideologischen Antisemiten, einen Judenhasser und fanatischen Nazi. Doch sie fand einen farb- und motivlosen, nicht dummen aber gedankenlosen, unheimlich dienstbeflissenen Schreibtischtäter, der aus reinem Opportunismus agierte und nicht über seinen Arbeitsplatz hinweg darüber nachdachte, dass mit seinen Entscheidungen hundertausende von Menschen starben. Anstelle eines Nazi-Monsters, der das radikal Böse nach Immanuel Kant verkörpert hätte, fand sie einen Menschen vor, der schlichtweg ohne Hinterfragen das tat, was von ihm erwartet wurde. “Dass eine solche Realitätsferne und Gedankenlosigkeit in einem mehr Unheil anrichten können als alle die dem Menschen innewohnenden bösen Triebe zusammengenommen, das war in der Tat die Lektion, die man in Jerusalem lernen konnte.”
Hier begann ich mir persönlich Gedanken zu machen. Wenn viele Nationalsozialisten so gestrickt und erzogen waren wie Eichmann, nach Befehl und Gehorsam agierend, mit den Ellbogen um den eigenen Vorteil bedacht und stets unterwürfig und opportun genau das ausführend, was ihre Vorgesetzten erwarteten, dann ist es nicht mehr weit bis zur Feststellung, dass die Deutschen vor 1945 im ausgehenden Kaiserreich und geprägt durch den Ersten Weltkrieg und dessen Folgen in der Weimarer Republik genau den Nährboden abgaben, den es für ein totalitäres System brauchte. “Führer befiel, wir folgen” war demnach für die meisten keine hohle Phrase, sondern in einem Schlagwort kondensiert das, was ihr anerzogenes Wesen ausmachte. Ich möchte mich jetzt nicht zu sehr in die Richtung des “verführten” Volkes bewegen, doch diese Formlosigkeit, diese Naivität in ihrer Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt geht schon in die Richtung der liebsten Rechtfertigung der Deutschen nach dem Krieg: “Ich hab von nichts gewusst, nur Befehle ausgeführt”. Diese Mentalität und Erziehung würde auch erklären, warum so viele Nazis nach dem Krieg ihr Fähnchen in den Wind stellten und einfach im neuen System nach dem gleichen Muster weiteragierten. Die Deutschen ein Volk von naiven und gegenüber vielen Dingen abgestumpften Opportunisten? Das mag erklären, warum Widerstand nur in geringem Umfang stattgefunden hat. Nur wenige waren eigenständig und klug genug, das System komplett zu durchschauen und den Mut zu haben, dagegen zu opponieren. Doch Widerständler wie die “Weiße Rose” hatten zwar das Wissen, aber nicht die Mittel, um etwas zu bewegen. Und auch wenn die Gestapo – auch davon habe ich jüngst gelesen – bei weitem nicht so flächendeckend und allwissend agierte, wie es heute gerne dargestellt wird (gegen die Stasi war die Gestapo von der reinen Zahl der Mitarbeiter her ein Kindergarten), wurden Abweichler doch häufig genug denunziert – genau durch die oben geschilderte Masse der Deutschen, wie es mir scheint. Gerne wird in Sachen Widerstand die Gruppe des 20. Juli um Stauffenberg als glorreiches Beispiel gesetzt wenn es darum geht zu zeigen, dass nicht alle Deutschen dem Diktator und seinem Regime blind gefolgt sind. Doch ihr Ziel war keineswegs eine Restaurierung der Republik, sondern ein Wechsel an der Spitze des Reiches um eine totale Kriegsniederlage zu vermeiden. Für viele Deutsche waren sie auch lange nach dem Krieg noch Verräter am eigenen Volk, auch heute sind ihre Motive unter Historikern noch umstritten.
Aber zurück zur Banalität des Bösen und mich selbst. Oft stelle ich mir die Frage, was hätte ich selbst im Dritten Reich getan. Die damalige autoritäre Erziehung unterstellt, die mangelnde Bildung vieler Jugendlichen berücksichtigt, die Faszination der Volksgemeinschaft und die frühe Ideologisierung durch Hitler-Jugend und Reichswehr berücksichtigt und den Opportunismus Speers mit dem Schreibtischtäter Eichmann kombiniert ist für mich klar, dass ich damals mitgemacht hätte. Und zwar genau so, wie weite Teile der Bevölkerung im Nationalsozialismus aufgegangen sind. Die vom Regime ausgehende Faszination, die Aufbruchstimmung ist in vielen Lektüren zum Nationalsozialismus greifbar und wir dürfen heute nicht den Fehler machen, unser Verhalten aus unserem heutigen Wissensstand abzuleiten. Aus heutiger Sicht ist der Nationalsozialismus mit seinen unzähligen Verbrechen und dem Fanal der Judenvernichtung natürlich verwerflich und wird zu Recht als düsterstes Kapitel unserer Geschichte kommuniziert. Gemessen an damaligen Maßstäben, das zeigt auch ein Blick über Deutschland hinaus auf die vielen totalitären Systeme in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (und machmal auch darüber hinaus), war der deutsche Weg in den Faschismus für viele Deutsche eine bessere Alternative zur Demokratie, mit der sie Inflation, Arbeitslosigkeit und Straßenkampf verbanden. “Führer befiel, wir folgen” war für viele Deutsche eben nicht nur eine Phrase, sondern ein echter Glaubenssatz aus ihrer Erziehung und Sozialisierung heraus. Eben durch diesen Kadavergehorsam ergibt sich auch die Banalität des Bösen: Die meisten Verbrecher waren Menschen wie du und ich. Darüber gilt es nachzudenken, die richtigen Schlüsse zu ziehen und eine Wiederholung des Geschehens zu vermeiden!
Die Vereinigten Staaten scheren sich immer weniger um Hoheitsrechte anderer Nationen, die aus verschiedenen Gründen nicht in ihr Weltkonzept passen. Die Massenvernichtungswaffen im Irak wurden nie gefunden, aber immerhin ist Saddam nun weg und das Öl fliest in die richtige Richtung. Auch bin Laden haben die Amerikaner erst dieses Jahr aufgespürt und getötet. Aber nicht in Afghanistan, sondern in Pakistan – und warum um Erlaubnis fragen, wenn man ohnehin mit Drohnen Ziele im Wohnzimmer des eigentlich Verbündeten ausschaltet? Einen Plan für die Neuordnung beider Länder hatten die Amerikaner nicht und es lag auch scheinbar nicht in ihrem Interesse. Die USA fokusieren sich nun auf neue Angriffsziele, denn bald sind ja wieder Wahlen – mir graust es jetzt schon davor, möglicherweise einen der vor Dummheit und Inkompetenz strotzenden Kandidaten der Republikaner am Roten Knopf im Weißen Haus sitzen zu sehen. Innenpolitisch und ökonomisch hat Präsident Barack Obama große Probleme. Kann selbst er – der Friedensnobelpreisträger “für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken” – dem Zwang eines aussenpolitischen Konflikts zur Sicherung seiner Wiederwahl nicht widerstehen? Wenn ich mir die jüngsten Entwicklungen in Sachen Iran anschaue, habe ich da ernste Bedenken. Hinter jeder Ecke vermuten die USA iranische Umtriebe und Komplotte, Ahmadenidschad (Bild rechts) spielt mit und reagiert verbal bzw. jüngst durch Unterlassung des Schutzes der britischen Botschaft in Teheran vor Demonstranten. Hier spielt sich in meinen Augen ein Konflikt hoch, der in naher Zukunft explodieren kann. Auch ich mag das Regime im Iran nicht, keine Frage und halte Ahmadenidschad für einen hochgefährlichen Irren. Aber legitmiert das einen Konflikt, dessen Folgen man nicht vorhersehen kann (Stichwort Atomwaffen)? Iran und Nordkorea passen jedenfalls ins amerikanische Beuteschema und erfüllen alte (Kommunismus) und neue (Islam) Feindbildrollen.








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