Zu Gast auf der Sonneninsel, Teil III

Blick von der Promenade über die Playa de Fanabe auf Adeje

Ab Tag sieben neigte sich unser Teneriffa-Urlaub leider schon wieder dem Ende entgegen. Ohne Auto, das wir montags problemlos abgaben, machten wir uns via Bus auf den Weg nach Los Cristianos, um den größten Teil der vierzehn Kilometer langen Strandpromenade entlang zu wandern. Das Wetter war zunächst bewölkt und geradezu ideal für unser Vorhaben, doch zum Mittag hin knallte die Sonne dann mit aller Macht und wir waren froh, als wir am frühen Nachmittag wieder im Hotel waren und uns an den Pool legen konnten. Die Promenade selbst entwickelt sich auf ihrem Weg nach Westen ebenso, wie die Ortschaften. Los Cristianos und Las Americas sind Touristenhotspots der 70er und 80er Jahre und bieten eine Bettenburg nach der anderen. Je weiter wir liefen, desto schöner wurden die Hotels und die Promenade gewann an optischem Reiz. Abseits des Massentourismus verschwanden auch die vielen nervigen Strandverkäufer mit ihren gefälschten Brillen und Uhren, so dass wir ab dem Hafen von Adeje endlich Ruhe vor ihnen hatten. Den Weg nach La Caleta, also etwa die letzten zwei oder drei Kilometer, sparten wir uns schließlich und machten uns stattdessen auf den Rückweg zum Hotel, wo wir den Tag entspannt ausklingen ließen.

Grindwale an der Westküste Teneriffas

Am achten Tag stand der Besuch im Siam Park an, dem größten Aquapark der Insel und einem der größten der Welt. Der Bus dorthin fuhr direkt vor unserem Hotel ab und brachte uns in wenigen Minuten zum Ziel. Ganz im Gegensatz zum eher felsigen und steinigen Süden der Insel, war der Park herrlich begrünt und toll angelegt. Rund um eine tropische Flusslandschaft, durch die man sich entspannt und bequem in Einzel- oder Doppelsitzern treiben lassen kann, lagen eine Unzahl von verschiedenen Rutschen und Vergnügungsmöglichkeiten, ein herrliches Kinderparadies und ein riesiges Wellenband samt Strand und Gastronomie. Es war keine Kunst, hier den ganzen Tag zu verbringen und es wurde nie langweilig! Wie schon den Zoo der Insel, so kann ich auch den Wasserpark nur nachdrücklich empfehlen und bin mir sicher, dass ihn eigentlich niemand nicht zu schätzen wissen würde, der sich nur im Ansatz für Rutschen und Wasserspiele begeistert. Mutig war ich auch: Eine der Rutschen des Parks geht nahezu senkrecht nach unten und nach zwei Sekunden “free fall” rutscht man für weitere zwei Schläge in einem Tunnel durch das Haifischbassin auf dem Areal – top! Enttäuscht hat keine der Rutschen und vor allem die riesigen für vier Personen waren unglaublich toll. Abends waren wir ziemlich platt und trotz Sonnencreme knallrot, aber das war wurscht: Es war ein toller Tag!

Ankerplatz am Fuße der Giganten unterhalb von Masca

Und der neunte sollte ein weiteres Highlight bieten, denn auf einer kleinen Yacht ging es mit nur zwei Dutzend Passagieren vom Hafen aus nach Los Gigantes, der riesigen Steilküste im Westen der Insel. Getränke und Obst waren ebenso im Preis inbegriffen, wie ein Mittagessen und die Hauptattraktion der Fahrt: Grindwale und Delfine hautnah! Und wir hatten Glück, denn eine große Herde der erstgenannten kreuzte unseren Weg und die Tiere waren sprichwörtlich zum Greifen nah. Delfine waren zwar weniger unterwegs, doch immer wieder konnte man hier und da welche entdecken. Einfach ein faszinierender Ausflug mit toller Reiseführung und jeden Euro wert! Auf dem Rückweg fuhren wir die Westküste hinab und erfuhren noch sehr viel über Land und Leute. Keine Frage: Immer wieder gerne, Neptuno und Holger! Zurück an Land nach mehr als fünf Stunden auf dem Schiff klapperten wir auf der Suche nach Andenken und Mitbringseln die örtlichen Einkaufszentren ab, doch irgendwie war das nichts und vernünftige Souveniers ließen sich nicht finden. Stattdessen gab es bei bestem Wetter noch einmal Pool, leckeres Abendessen und viel Wehmut am letzten Tag des Urlaubs. Wir wären wirklich am liebsten dort geblieben und überlegten selbst am Flughafen noch lange, ob wir nicht einfach umdrehen sollten. Das Gefühl, nach Hause fliegen zu müssen war unheimlich bitter, denn auch wenn Teneriffa sich uns nicht immer von seiner besten Seite gezeigt hat, so dürfte eines klar sein: Wenn ich irgendwann auswandere, dann genau dorthin – und wir kommen wieder, keine Frage!

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