Zu Gast auf der Sonneninsel, Teil I

Blick vom Balkon auf Park und Berg

Anfang des Monats ging es für meine Frau und mich für zehn Tage nach Teneriffa auf die Kanarischen Inseln. Sonnengarantie stand auf dem Wunschzettel, dazu für mich vor allem tolle Landschaften und viele schöne Flecken zu entdecken. Denn Strand und Pool, das ist weniger meins als Katjas. So ging es also per Flieger von Düsseldorf dienstags los und am Nachmittag erreichten wir den Südflughafen der Urlaubsinsel. Doch statt Sonne satt mussten wir festellen, dass das Wetter sich nicht wirklich von dem in Deutschland unterschied. Nachdem dann unser Bus das Flughafengelände verlassen und den herrlich mit Palmen und exotischen Pflanzen begrünten Zubringer zur Autobahn hinter sich gelassen hatte, erlitt unsere Urlaubsstimmung einen weiteren Dämpfer. Die karge Vulkanlandschaft mit wenig Bewuchs und die kanarische Zweckarchitektur sorgten in Verbindung mit dem mässigen Wetter für leichten Frust bei uns, den auch das beschauliche und angenehme Apartement mit direkten Blick auf einen großen Park in Adeje nicht gleich vertreiben konnte. Irritiert saßen wir auf dem Balkon, starrten auf die wolkenverhangene Berge und schüttelten immer wieder mit dem Kopf. Nach dem – wie eigentlich immer – leckeren Abendessen gönnten wir uns in der Poolbar einen Urlaubsbegrüßungscocktail und zogen uns dann zurück auf den Balkon. Der Urlaub hatte ja gerade erst begonnen und konnte ja nur besser werden.

Blick auf die Playa de Fanabe

Der Mittwoch begann mit einer guten Nachricht: Die Sonne hatte die Wolken vertrieben und ließ unseren Zimmerblick auf Park und Berge doch gleich viel attraktiver erscheinen. Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf an den nächstgelegenen Strand, die Playa de Fanabe. Der dunkle Sand hatte schon ordentlich Temperatur und während ich meinen Blick über das doch noch recht überschaubare Treiben am Strand schweifen ließ – ein Vorteil der Vorsaison, keine Frage – traute sich Katja sogar in das doch noch recht kühle Wasser des Atlantiks. Nach einem längeren Sonnenbad ging es weiter den Strand entlang, auf Vulkangestein rund um eine Landzunge in eine herrliche kleine Bucht zwischen der Playa de Fanabe und der Playa del Duque. Die Flut hatte schon eine ganze Weile zuvor eingesetzt und drückte nun mit Wucht in die seit vielen hundert Jahren in den Fels gewaschenen Höhlen und kleinen Fjorde, so dass die Wellen sich herrlich brachen und das Wasser beim Zurückweichen die mächtigen Steine unterhalb unseres Standorts – wir hatten uns auf eine Bank am Kopfende der Bucht zum Verschnaufen niedergelassen – wie Kieselsteine aneinander klappern und klackern ließen.

Bucht in Adeje bei Flut

Ich hätte stundenlang sitzen bleiben können, doch Katja wollte irgendwann dann doch weiter. Also ging es um eine weitere Landzunge herum, auf deren Spitze eine herrliche Villa thronte, an die Playa del Duque. Auch dieser Strand, kleiner und heller als der erste, strahlte Urlaubsstimmung aus. Da das Wetter ebenfalls mitspielte und sich für den Anreisetag entschuldigte, waren wir endlich auf der Insel angekommen. Auf dem Rückweg kauften wir im Einkaufszentrum direkt im Vorbau unseres Hotels ein und suchten kurz darauf erstmals den Pool auf, wo wir den Nachmittag ausklingen ließen. Nach dem Abendessen entspannten wir auf dem Balkon und genossen den Sonnenuntergang, der ein herrliches Farbenspiel auf die Berge warf.

Blick auf die Playa del Duque

Am dritten Tag, dem Donnerstag, standen wir früh auf, um zeitig zu frühstücken, denn wir hatten um zehn Uhr einen Termin mit Hertz, um unseren Leihwagen abzuholen. Auch das Büro der Leihfirma war direkt im Einkaufszentrum vor unserer Nase, so dass wir ohne Komplikationen an unseren kleinen, aber feinen VW Up kamen, der uns bis Montag begleiten sollte. Gegenüber vom Hotel war auf dem zentralen Parkplatz Adejes Markttag, so dass viele Touristen zwischen Ramsch- und Kleiderständen herumwuselten. Selbst Katja hatte nach drei der acht Reihen genug und wir fanden unseren Wagen am anderen Ende des Parkplatzes. Dann ging es auf in den kanarischen Straßenverkehr, der einige verwirrende Besonderheiten aufwies, vor allem Autobahnauffahrten ohne Beschleunigungsspuren und mangelnde Hinweisschilder sorgten zu Beginn für etwas hohen Blutdruck bei mir. Aber ich wurde nur zwei- oder dreimal angehupt, also alles halb so schlimm, und bald befanden wir uns auf der Landstraße hinauf zum Teide Nationalpark. Über eine weitgehend sehr komfortabel ausgebaute Serpentinenstraße – wichtig für Katja, sie mag das nicht so sehr – erreichten wir nach einer guten Dreiviertelstunde, die leider wieder präsenten, aber schon weniger störenden Wolken unter uns lassend, über El Medano, Villaflor und Boca de Tauce die große Ebene vor dem höchsten Berg Spaniens.

Blick auf den Teide

Wir waren schon knapp über zweitausend Meter hoch, doch bis zum Gipfel des aktiven Vulkans – gut an seinen beiden “Nasenlöchern” zu erkennen, hätten uns noch etwa tausendfünfhundert gefehlt. Wir fuhren nun von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, wanderten durch meterhohe Lavaströme und genossen die erstaunlich vielfältige Natur auf dem Dach der Insel. Unsere Rückfahrt führte uns über eine tolle Bergpanoramastraße über den Rücken des Gebirges, an El Portillo und La Esperanza vorbei in die Universitätsstadt La Laguna, doch wir bogen falsch ab und landeten schließlich in der Hauptstadt Santa Cruz. Die oben schon erwähnten Verkehrsbesonderheiten, zu denen sich verstärkt zweispurige Kreisverkehre und unangekündigte Autobahnauffahrten gesellten, führte jedoch bald dazu, dass wir den Besuch einer der beiden Städte abbrachen und über die Südautobahn zurück nach Adeje fuhren. Wir legten uns noch für eine Stunde an den Pool, genossen das Abendessen und ließen den Abend erneut auf dem Balkon ausklingen.

Wolkenmeer im Norden der Insel

Soviel erstmal für heute, weiter geht es in den kommenden Tagen!

Namenloses Vergessen – Kapitel II

Hier ein weiterer Ausschnitt aus meinem sich gerade in Entstehung befindlichen Buch in der Welt des Schwarzen Auges. Die Helden wurden gefangen genommen und in einen Turm gesperrt. Nun planen sie ihren Ausbruch…

Beiläufig räusperte sich schließlich Praiadan, den Elan der Gefährten etwas dämpfend. „Egal was wir tun, die Wachen werden uns höchstwahrscheinlich mit ein paar Bolzen empfangen.“

Sedrox, bisher erfolglos auf der Suche nach einem Fluchtweg, pflichtete ihm bei: „Die Tür zu öffnen, ob durch rohe Gewalt oder durch Magie, dürfte wohl kein Problem sein. Wir sollten aber besser vorher bereden, was wir machen, wenn wir erst draußen sind. Bei den Leuten, die sich in diesem Zimmer befinden, wird es dort unten wohl genug Sicherheitsvorkehrungen geben, oder denkt ihr nicht?“

„Ich könnte Euch eventuell die Tür öffnen, schnell und lautlos. Das Problem mit den Bolzen könnte ich gleich mit lösen. Doch wegen der Eisenkette, die ich die letzten Tage tragen durfte, dürfte ich mehrere Versuche benötigen.“ Anna gefiel sich sehr in der Rolle der Retterin in der Not und schob sich nun durch die bereitstehenden Kämpfer zur Falltür vor, Ramon und Adriego mit spitzen Fingern beiseite drückend.

„Oh, wundervoll“, ätzte der Praiosgeweihte daraufhin. „Das heißt wir haben immer noch die wundervolle Möglichkeit von Bolzen durchbohrt zu werden, bevor wir hier rauskommen und als einzigen Schutz dagegen – Magie.“ Er spuckte das Wort Magie förmlich aus wie einen Brocken vergifteten Fleischs. „Aber ich bezweifle auch, dass unser Gastgeber diesen Faktor nicht mit einbezogen hat. Aber bitte, nach Euch!“

Sedrox funkelte den arroganten Miesepeter zornig an. „Habt ihr eine bessere Idee? Wenn nicht, dann sprecht erst wieder, wenn Ihr eine habt. Oder wollt Ihr nicht hinaus?“

„Nein, ich habe keine bessere Idee.“ Aber ich habe noch weniger Interesse daran, als Nadelkissen für ein paar Dämonenknechte zu dienen. Doch anscheinend finden das einige der Anwesenden überraschend attraktiv.“

Anna schüttelte mitleidig den Kopf und flüsterte den Umstehenden „Armer Irrer“ zu.

„Nun, bei den Zwölfen, lieber als Nadelkissen enden und für die Zwölfgötter einstehen, als sich am Ende noch als unterwürfig zu erweisen!“, versuchte Xardan erneut die abebbende Kampfesstimmung zu wecken.

Doch Praiadan war nicht so einfach zu überzeugen. „Ihr wollt also behaupten ich beweise mich einem Dämonendiener gegenüber als unterwürfig?“ Ein spöttisches und gleichsam eiskaltes Lächeln umspielte die Lippen des Geweihten. „Ich bin lediglich der Meinung, dass wir wesentlich mehr ausrichten können, wenn wir Alderich oder dem Mentor persönlich gegenüberstehen. Dann könnten wir diese Gesellschaft hier förmlich köpfen. Wenn wir hirnlos hier hinaus stürmen wird er vielleicht einen Mann verlieren, oder zwei – wir alle aber unser Leben.“

Unverhoffte Unterstützung wurde ihm von Adriego zuteil. „Gebäudekomplexen wie diesem hier hat das Garethi nicht umsonst den Namen „Festung“ gegeben. Es hat für mich rein gar nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, nicht töricht und leichtsinnig zu sein. Seine Ehre verteidigt man wohl kaum, wenn man durch eine Tür bricht, hinter der weder Freiheit noch Erfolg warten. Falls man die Luke überhaupt aufbekommt. Das zumindest, ist die almadanische Sichtweise der Dinge. Ich finde das sollte man einsehen können.“

Jobdan warf erneut ein ganz anderes Licht auf die Problematik, mit einem Glas Wasser auf seinem Bett sitzend. „Warum wollt ihr denn auf einmal alle überhaupt ausbrechen? Ihr habt doch so lange darüber diskutiert, was oder wer uns hier festhalten könnte. Denkt Ihr etwa, dass er oder sie so dumm sind, nicht an einen Fluchtversuch zu denken? Vielleicht wollen sie uns auch nur auf die Probe stellen. Es kann doch sein, dass er oder sie sehen will, wozu wir fähig sind. Aber wie auch immer: Jetzt gilt es sich zu entscheiden, mir ist es hier schon zu langweilig.“ Dann fügte er mit einem gewitzten Lächeln hinzu: „Auf das Klopfen hat ja eh keiner reagiert.“

Ramon hatte sich mittlerweile mit einem Stuhlbein bewaffnet und versuchte nun, aus dem Tisch und den Betten eine Art Hebel zu basteln.

Auch Adriego hatte sich mit einer Keule bewaffnet – einer schmackhaft marinierten Geflügelkeule. „Wenn Ihr die Betten kaputtmacht, dann nehmt nicht meins! Ich werde heute Nacht mit keinem von Euch meine Decken teilen.“ Nach einem Seitenblick auf Anna fügte er noch schmunzelnd hinzu: „Weibliche Bettwärmer sind natürlich gerne gesehen!“ Anna lachte lauthals auf und auch Valeris musste grinsen.

Karima fand den Scherz weniger lustig. „Euer Bett können wir ja verschonen, damit Ihr es heute Nacht auch schön weich habt. Ihr wollt ja scheinbar hier bleiben.“, entgegnete sie provokativ und ironisch.

„Ihr bringt mich da auf eine Idee, Adriego. Eines der Betten könnten wir als eine Art Schild benutzen, wenn diese Dinger hier mehr sind als einfache Lattenroste.“, brachte Valeris wiederum ernsthaft in die Diskussion ein. „Vieleicht könnte es problematisch werden, wenn wir die Treppe damit runterwollen, aber für diejenigen die unten stehen sicherlich auch.“

„Da nun schon mal alle bereit stehen, die zum Kampf entschlossen sind“, brachte sich Anna wieder in ihrer selbstgewählten Rolle als heldenhafte Vorkämpferin ein, „sollten wir nur noch schnell absprechen, was wir zu tun gedenken, wenn wir uns befreien können. Dem Gastgeber einen Besuch abstatten oder uns ein paar Pferde nehmen und ausreiten?“

„Ich würde gerne dem Gastgeber einen Besuch abstatten. Mit Pferden habe ich es nicht so und ich würde wirklich gerne dem netten Grafen ein paar ebenso liebenswürdige Worte sagen.“, ließ sich Sedrox vernehmen und fand Zustimmung bei Firutin.

„Statten wir dem Gastgeber einen Besuch ab. Wenn wir ihn in unserer Gewalt haben, kommen wir bestimmt ohne weitere Probleme hier raus. Der Weg zum Haupthaus ist mir bekannt.“

„Zuvor schlage ich aber vor, dass wir uns unsere Waffen zurückholen. Weiß noch jemand, in welche Richtung sie gebracht wurden? Ich fühle mich nur als halber Mensch ohne meinen Zweihänder. Und wenn wir erst wieder unsere Waffen haben, dann geht es Alderich an den Kragen!“, ergänzte Karima den immer konkretere Form annehmenden Plan.

Anna untersuchte derweil die verschlossene Bodentür und ihre materielle Beschaffenheit. Anschließend brachte sie sich theatralisch in Pose für den befreienden Zauberspruch, berührte das Schloss dreimal mit der flachen Hand und sprach dann leise: „Foramen Foraminor.“ Doch es tat sich nichts.

„Was ist denn nun, bei Rondra? Macht schon hin! Lasst uns kämpfen und, wenn nötig, ehrenvoll in die Gefilde der zwölfgöttlichen Paradiese einfahren!“, platzte es aus Jurge hervor, der direkt im Anschluss ein halblautes „Rondra hilf“ betete, um den nächsten Öffnungsversuch zu unterstützen. Anna konzentrierte sich erneut, versuchte all ihre verbliebene Zauberkraft auf die Tür zu fokussieren.

Doch mitten in der alles entscheidenden Konzentrationsphase erscholl plötzlich Xardans donnernde Stimme: „Desintegratus Pulverstaub!“ Die schwere Bodentür wurde aus ihren Angeln gerissen, schleuderte mit einer ungekannten Urgewalt gegen die Decke und zerbarst dort in Millionen von Holzspänen. Keiner der umstehenden Gefährten wurde verletzt, lediglich die Überreste der Tür verteilten sich in einem Holzregen auf die kampfbereiten Gefangenen. Diese schauten den bethanischen Magier mit einer Mischung aus grenzenloser Überraschung und tiefem Schock an, während Anna sich umdrehte und ihn mit einem vernichtenden, hasserfüllten Blick strafte. Doch Xardan bekam das nicht mehr mit, sondern kippte nach hinten auf das dort befindliche Bett, offenbar übermannt von der unerwarteten Wucht, die sein Zauber entwickelt hatte.

„Wäre das denn nicht ein bisschen leiser gegangen?“, brach Praiadan nach gut einer Minute der totalen Stille ebendiese. „Jetzt wissen die anderen sicherlich, dass wir kommen.“

Adriego riss sich als Erster aus seiner Trance, schnappte sich rasch einen Knüppel und eilte die Treppe hinunter „So schnell kann’s in die Freiheit gehen…“, hörten seine Kampfgefährten nur noch, als er an ihnen vorbei auf die Treppe nach unten hastete. Auch Sedrox zögerte nicht lange und rannte hinterher, gefolgt von Jurge und Ramon als Vorhut für alle anderen Gefangenen.

Lediglich Xardan und Praiadan blieben im oberen Turmgeschoss zurück, während die entfesselte Horde durch das mittlere Geschoss sprengte. Der Praiosgeweihte trat über den bewusstlosen Magier und betrachtete ihn nachdenklich. In ihm tobten die widerstreitenden Gefühle eines Dieners des Götterfürsten, der Magie zutiefst ablehnte. Andererseits hatte der bewusstlose Magier ihnen offenbar gerade die ersehnte Fluchtgelegenheit ermöglicht. Praiadan beschloss, es dieses eine Mal ungesühnt dabei zu belassen, und wandte sich von Xardan ab, den Anderen hinterher. Erst im Erdgeschoss stoppte die Tür auf den Hof der Festung den unaufhaltsamen Vormarsch der Gefährten. Natürlich war auch sie verschlossen, möglicherweise sogar verriegelt. Von draußen konnten die Flüchtenden laute Befehle und Rufe vernehmen. Galten diese ihnen?

Bundesliga spielt verrückt

Eigentlich war die Saison 2015/16 wenig bemerkenswert: Mit Bayern München als Tipp für eine sichere Meisterschaft wurde niemand reich und auch der direkte Abstieg von SC Freiburg und SC Paderborn war nicht gerade Topquotengarant. Doch zwischen diesen beiden Extremen, und zum Teil noch mit Beteiligung der genannten Vereine, spielte die Liga diese Spielzeit bisweilen komplett verrückt. Da waren zum einen die Meister-Bayern, die sich zwar souverän Meisterschaft Nummer 25 an ihr Revers heften konnten, doch im Pokalhalbfinale denkwürdig gegen Borussia Dortmund den Kürzeren zogen (Schmelzer-Handspiel, Doppelausrutscher im Elfmeterschießen) und auch in der Champions League in der Runde der letzten Vier am FC Barcelona scheiterten (der Versuch, im Hinspiel unbedingt ein Auswärtstour zu erzielen, endete in zwei KOntern). Darüberhinaus verloren die Münchner auch gegen Ende der Spielzeit noch den zuvor sicheren Tritt, rutschten sportlich in eine recht peinliche Krise (erneute Niederlage gegen den FC Augsburg) und mussten sich einige Vorwürfe in Sachen Abstiegskampf anhören (Niederlage gegen Freiburg). Mit Meyer-Wohlfahrt sagte zudem der Star-Doc nach abstruser Kritik adieu, Guardiola wird von den Medien weggeschrieben und der Kader steht vor einem enormen Umbruch, da die Stars um Schweinsteiger, Lahm, Ribery und Robben nicht jünger werden. Selten hat eine Meistermannschaft so sehr angeknockt gewirkt, wie der FC Bayern dieser Tage!

Hinter dem alten und neuen Deutschen Meister sicherte sich der VfL Wolfsburg mit zehn Punkten Respektabstand den verdienten Vizetitel. Vor allem Kevin de Bruyne stellte seine große Klasse unter Beweis und wurde vor Thomas Müller Topscorer der abgelaufenen Spielzeit. Klar, dass so ein Topmann Begehrlichkeiten weckt – auch von den Bayern. Doch Klaus Allofs, zusammen mit Dieter Hecking und den VW-Millionen im Rücken der Garant für den erneuten Höhenflug der Niedersachsen, verkündete bereits, dass die Grenze der Ablöse für den jungen Belgier nach oben hin offen ist. Mal schauen, wo die Schmerzgrenze tatsächlich liegt, doch Fakt ist eins: Für einen ernsten Angriff auf zu renovierende Bayern braucht der VfL de Bruyne! Sonst ist die Konkurrenz schnell vorbei, besonders der Dritte Borussia Mönchengladbach. Die Elf vom Niederrhein spielte eine tolle Saison und überzeugte vor allem im Kollektiv. In Anbetracht der jüngsten Vergangenheit – beinahe abgestiegen vor drei Jahren – kann die beachtliche Leistung der Gladbacher rund um Coach Lucien Favre nicht zu hoch eingeschätzt werden: Immerhin wurde die Borussia Rückrundenmeister vor dem VfL und dem FCB! Der rheinische Rivale Bayer 04 Leverkusen hingegen stand sich wieder einmal selbst im Weg, wenn es um höhere Platzierungen ging. Doch der vierte Rang ist für sich allein betrachtet aller Ehren wert und die Werkself zeigte abermals, dass sie bei optimalen Saisonverlauf jedes Team der Liga schlagen kann. Konstanz ist das Zauberwort und der entscheidende Faktor, warum es derzeit nie für mehr reicht. Doch zwölf Punkte Vorsprung auf Platz fünf zeigen ebenso, dass Bayer eine tolle Saison gespielt hat.

Der schon angesprochene fünfte Rang ging hingegen nicht an all die ambitionierten Vereine, die auch unter den Top Four ein Wörtchen mitreden wollten, sondern an die große Überraschung der Saison. Dass der FC Augsburg nicht so einfach aus der Bundesliga absteigen würde, dass hatten im Vorfeld im dritten Jahr “ganz oben” schon viele erwartet. Dass es am Ende die direkte Qualifikation für die Europa League wurde, das darf jedoch durchaus mit einer ganzen Reihe Ausrufezeichen markiert werden! Ähnlich wie in Gladbach ist auch bei den Fuggerstädtern das Kollektiv der Star, greift ein Rädchen ins andere und ohne Erfolgsdruck kann die Elf von Markus Weinzierl frei von der Leber weg aufspielen. Das ist nicht immer hoch attraktiv oder spektakulär, doch effektiv und zielorientiert. Allerdings muss auch festgehalten werden, dass die Konkurrenz mächtig mitgeholfen hat, dass 49 Punkte zu Platz fünf reichten. Allen voran der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Doch während der BVB trotz der Ankündigung, dass Jürgen Klopp den Verein am Saisonende verlässt (Thomas Tuchel übernimmt) und der miserablen Hinrunde im tiefsten Tabellenkeller, eindrucksvoll noch die Kurve bekam und mit einem Sieg im Pokalfinale gegen Wolfsburg sogar noch eine Titelchance hat, skandalierte der S04 mal wieder kräftig vor sich hin. Mit großen Ambitionen gestartet, droht nun sogar noch die Qualifikation zur Europa League, wenn der BVB das Finale gewinnt. In unmittelbarer Reichweite der Champions-League-Plätze musste Coach Jens Keller gehen, mit Roberto di Matteo kam ein großer Name, seines Zeichens Champions-League-Sieger mit dem FC Chelsea. Doch der Italo-Schweizer schaffte es noch weniger als sein blasser Vorgänger, das zusammengekaufte Ensemble der Knappen zu dirigieren. Defensive Spielweise passt nicht zu Schalke, vor allem nicht bei den hohen Zielen. Noch weniger passte jedoch der Misserfolg, denn di Matteo schaffte es nicht, eine klare Formation samt Besetzung herauszukitzeln, die Klaas-Jan Huntelaar im Sturm füttern konnte. Der Stürmer hing lange Zeit auf sich allein gestellt in der Luft und kriselte wie alle anderen Führungsspieler einfach mit vor sich hin. Es bleibt nun sicherlich kein Stein auf dem anderen: Sidney Sam und Kevin Prince Boateng sind schon rausgeworfen, di Matteo trat heute ebenfalls zurück. Horst Heldt täte gut daran, entweder nun mit seinen Entscheidungen richtig zu liegen oder besser gleich ebenfalls adios zu sagen. Seine Chancen, vom eigenen Anhang geteert und gefedert zu werden, standen nie besser…

Hinter dem BVB auf Platz sieben landete die TSG Hoffenheim, die im Saisonverlauf zu leichtfertig zu viele Punkte liegen ließ. Nie zuvor war es im Schneckenrennen um die europäischen Fleischtöpfe so leicht für die Sinsheimer, sich oben festzukrallen. Doch die Mannschaft wirkte immer wieder instabil und vergab leichtfertig viel zu viele Zähler, so dass in der Endabrechnung nur der achte Rang blieb – und damit der undankbare erste Platz hinter den Europaaspiranten. Doch der eingeschlagene Weg der Hoffenheimer ist der richtige: Nicht mehr Millionen raushauen, sondern auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. So kann das mittelfristig was werden! Grund zum Feiern hätte eigentlich auch Eintracht Frankfurt. Doch statt trotz zahlreicher und langwieriger Verletzungen einen tollen neunten Platz und die Torjägerkanone für Alex Meier zu begießen, ist Frustbewältigung angesagt. Trainer Thomas Schaaf trat heute mit einem Paukenschlag zurück und es kam heraus, dass hinter seinem Rücken mit einem Nachfolger verhandelt worden ist. Auch Heribert Bruchhagen steht nun vor seiner Demission, beide fühlen sich von anderen Vereinsfunktionären hintergangen. Dabei ist mit den Frankfurter Mitteln ein einstelliger Tabellenplatz ein toller Erfolg! Sehen einige wohl anders. Ruhig hingegen ist es wieder bei Werder Bremen geworden, denn mit der Verpflichtung von Coach Victor Skripnik kam die Wende zum guten und nach einer tollen Aufholjagd ein sicherer Klassenerhalt, der im Schneckenrennen fast noch nach Europa geführt hat. Werder ist wieder ein starkes Kollektiv und hat nun beste Karten, nach dem jüngst nötigen und nun fast vollzogenen Umbruch wieder ein gefestigtes Ligamitglied zu werden.

Beim FSV Mainz 05 dürfte niemand unzufrieden sein, auch wenn einige Punkte mehr sicherlich gerne angenommen worden wären. Doch vierzig Zähler sind auch für die Mainzer Jahr für Jahr das Saisonziel und diese wurden auf den Punkt erreicht. Auch beim 1. FC Köln – die beiden Karnevalsvereine waren zusammen mit Freiburg die Remiskönige der Liga – der aufgrund seiner defensiven Spielweise bisweilen kritisiert wurde, heiligte der Zweck die Mittel und der Aufsteiger schaffte souverän den Klassenerhalt. Und das sogar in erstaunlich ruhiger Gemengelage, was für den FC sicherlich nicht üblich ist! Zittern bis zum Schluß musste hingegen Hannover 96, das nach einer guten Hinrunde noch nach Europa schielte, dann aber sechzehn Mal in Folge nicht gewinnen konnte. Retter Michael Frontzeck schaffte seine Mission und hielt die Niedersachsen im Endspurt in der Liga, doch das hatten sich sicher alle Beteiligten anders vorgestellt. Der VfB Stuttgart hatte ebenfalls einen Retter nötig und fand ihn erneut in Form von Huub Stevens. Der knorrige Niederländer behielt die Geduld, brachte mit Harnik, Ginczek und Kosic drei bereits aussortierte bzw. als Fehleinkäufe gebrandmarkte Spieler zur Höchstform und konnte mit Offensivfussball die eklatanten Defensivschwächen der Schwaben kaschieren. Stevens und Offensive? Sachen gibt’s! Im Ländle darf nun der Umbruch fortgeführt werden und Alexander Zorniger heißt der neue Mann am Ruder. Der ehemalige Leipzig-Coach muss nun dafür sorgen, dass der VfB in der kommenden Saison nicht gleich wieder in den Abstiegssog gerät, denn mit dem Titel “Stärkster Beinaheabsteiger der jüngeren Ligageschichte” wird niemand dauerhaft zufrieden sein. Das ist auch ein gutes Stichwort für Hertha BSC Berlin, das im Ligaendspurt eigentlich gesichert schien, dann aber durch viele Niederlagen noch einmal so richtig unten hineinrauschte. Den Berlinern fehlt derzeit irgendwie die Spielphilosophie und auch das unter Jos Luhukay starke Kollektiv verlor unter Pal Dardai enorm an Strahlkraft. Hier herrscht mit Sicherheit noch großer Klärungsbedarf!

Ob auch beim Hamburger SV noch viel Bedarf an Aufarbeitung herrscht oder das Interesse daran schlagartig in einer Massenflucht endet, das steht erneut in den Sternen. Der Bundesliga-Dino wirkte mehrmals in der Saison klinisch tot und hopste dank Trainernotlösung Bruno Labbadia auch nur ganz knapp über den ersten Strich, der die Relegation von den beiden fixen Absteigern trennt. Vier Übungsleiter und unzählige Spieler wurden ausprobiert, gewogen und oftmals für zu leicht befunden. Labbadia gelang es, einen müden Haufen Checkabholer gerade noch so weit zu motivieren, dass der erstmalige Gang in die Zweitklassigkeit vermieden werden konnte. Keine Frage, dass nach dieser zweiten Horrorsaison erneut kein Stein auf dem anderen bleibt in der Hansestadt. Fraglich nur, ob eben in der Eliteklasse oder doch erstmals in der Vereinsgeschichte in Liga zwei. In der Relegation wartet der Karlsruher SC, der in den letzten Spielen den direkten Aufstieg vergeigte und nun ebenfalls nachsitzen muss. Das hätten natürlich auch gerne der SC Freiburg und der SC Paderborn getan, doch bei beiden ist nun Schicht im Schacht. Die Freiburger werden wir mit Sicherheit vermissen, aber ebenso wahrscheinlich bald wiedersehen. Für die Paderborner war es sicherlich ein einmaliges Abenteuer, dass dank einer guten Hinrunde beinahe gut ausgegangen wäre. Am Ende fehlte dem Team jedoch einfach die Substanz, ein Umstand, der nun auch den beiden Neuen im Oberhaus nachgesagt werden dürfte. Der FC Ingolstadt kommt als Zweitligameister zwar mit Audi-Millionen, muss jedoch nachweisen, dass die Leistung auch eine Etage höher reicht. Und wenn Paderborn schon kaum eine Chance hatte, was ist dann von den durchmarschierenden Lilien vom SV Darmstadt 98 zu erwarten, die beinahe vierzig Jahre nicht mehr im Oberhaus waren? Eines ist gewiss: Auch die Saison 2015/16 wird seine Schlagzeilen und Aufreger haben! Und eines sollten wir uns schon jetzt merken: Immer wenn die Darmstädter in der ersten Liga spielten, dann wurde der HSV Meister…

Völkermord bleibt Völkermord

Wenn ein Thema die Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen siebzig Jahren besonders geprägt hat, dann ist das sicherlich der Umgang mit dem Holocaust als historische Tatsache. Auch wenn Ewiggestrige das Grauen der Konzentrationslager, die systematische Vernichtung der Juden und anderer Minderheiten, sowie die Kollektivverantwortung der Nachkriegsgenerationen bis heute leugnen, so ist der größte Teil unseres Landes sich heute darüber vollkommen bewusst, was der Holocaust gewesen ist und – vor allem – dass er stattgefunden hat. Die Beweise, die sich in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg angesammelt haben, sind erdrückende Realität. Auch wenn ich persönlich heute der Meinung bin, dass meine Generation keine Schuld mehr zu tragen hat – Altkanzler Helmut Kohl prägte in den 80ern den Begriff “Gnade der späten Geburt” – und für mich in Anspruch nehme, den Staat Israel trotz der besonderen Relation zwischen Deutschen und Juden dort, wo es nötig ist, zu kritisieren, so ist mir stets bewusst, was unsere Urgroß- und Großeltern im Namen des Führers angerichtet haben. Zum Glück sprechen alle Indizien dafür, dass meine Familie unbelastet aus dem Krieg heraus gekommen ist. Die Hand ins Feuer legen kann jedoch nicht dafür, dass meine Großväter im Krieg nicht doch an Verbrechen beteiligt waren. Das wird sich nicht mehr klären lassen und es hätte sich auch nicht klären lassen, als beide noch lebten. Die Informationen zu ihrem militärischen Werdegang sind sehr spärlich. Zurück zum Ausgangspunkt: Wenn eine Nation den Umgang mit einem Völkermord bis in die eigene DNA verinnerlicht und durchexerziert hat, dann muss ich als Deutscher erwarten können, dass unsere Regierung in aller Deutlichkeit Position bezieht, wenn es um andere Völkermorde geht!

Quelle: www.spiegel.de

Die Türkei als Nachfolgenation des Osmanischen Reichs hat einen anderen Weg des Umgangs mit einem Völkermord gewählt: Sie leugnet ihn bis heute. Dabei ist der Genozid an den Armeniern im Verlauf des Ersten Weltkriegs mitllerweile wissenschaftlich stichhaltig belegt und historisches Faktum. Doch anders als in Deutschland, wo Aufarbeitung und Erinnerungskultur den Umgang mit einem Völkermord prägten, leugnet die Türkei bis heute, dass das Verbrechen gegen die Armenier jemals stattgefunden hat. Deportationen, Massaker, Todesmärsche – die Klaviatur des Holocaust wurde schon weit vorher systematisch im Osmanischen Reich bedient. Natürlich im kleineren Maßstab als im Dritten Reich, doch das verbessert nicht ein Iota an dem Schrecken des Verbrechens. Unrecht bleibt Unrecht, oder wie es ein Spiegel-Redakteuer in einem Kommentar ausdrückte: Völkermord bleibt Völkermord bleibt Völkermord. Die Türkei täte gut daran, gerade zum hundertjährigen Gedenkens um diesen schwarzen Fleck auf ihrer Weste nicht herumzureden. Doch sie macht genau das Gegenteil, sie attackiert diejenigen, die das Unrecht klar und deutlich als Genozid betiteln – und leugnet weiter. Die Forderung der EU-Komission nach einer Anerkennung des Völkermords durch die Türkei? Religiöser und kultureller Fanatismus. Die Kritik des Papstes? Unsinn, gar Verschwörung gegen die Türkei. Fast möchte ich festhalten: Was bin ich froh, dass unsere Ewiggestrigen berechenbar und nicht in der Regierungsverantwortung sind. Statt einen großen Schritt in Richtung EU zu machen, wo die Türkei ja eigentlich gerne doch mal irgendwann hin möchte, treten Erdogan und Co. kräftig gegen die Schienbeine von Menschen, die nichts mehr umtreibt, als dass eine Nation endlich eine historische Tatsache akzeptiert. Well done…

Playoff Time in der NHL

Heute Abend beginnen in der National Hockey League die Playoffs, doch schon das Ende der Hauptrunde barg einige faustdicke Überraschungen. Denn neben dem besten Hauptrundenteam der vergangenen Saison, den Boston Bruins, verpassten auch die Los Angeles Kings als amtierender Stanley Cup Sieger die Playoffs – eine bisher einmalige Sache in der Geschichte der NHL und zwei Topteams weniger im Kampf um den Titel. Bemerkenswert war die Aufholjagd der Ottawa Senators, der am Ende die Bruins zum Opfer fielen. Durch Verletzungen beider Torhüter wurde Andrew Hammond aus dem Farmteam hochgezogen in die NHL und legte einen Karriereeinstand ungeahnter Dimension hin. Von 23 Spielen als Starter gewann sein Team mit ihm im Kasten 20 Spiele in regulärer Spielzeit und zwei nach Verlängerung oder Penalties. Nur eine Niederlage musste Hammond schlucken und die Senators, zwei Monate zuvor noch 14 Punkte hinter einem Playoffplatz, schafften eine erinnerungswürdige und selten erlebte Aufholjagd. Nun werden die Karten neu gemischt!

In der Eastern Conference gewannen die New York Rangers (113 Punkte), Vorjahresfinalist und natürlich einer der Titelfavoriten, die Presidents Trophy als bestes Team der Vorrunde. Zusammen mit den Rangers qualifizierten sich in der Metropolitan Division auch die Lokalrivalen New York Islanders (101), sowie die Washington Capitals mit Toptorjäger Alex Ovechkin für die Playoffs. In der Atlantic Division setzten sich die Montreal Canadiens (110) in einem spannenden Finish gegen Tampa Bay Lightning (108) durch, während zum 24. Mal in Folge die Detroit Red Wings (100) trotz einer dicken Krise zum Saisonende die Endrunde erreichten. Diese Serie ist derzeit im amerikanischen Profisport unerreicht und nur drei Teams konnten in der Geschichte der Liga längere Playoff Streaks hinlegen. Die beiden Wildcards gingen an die bereits erwähnten Ottawa Senators (99) und die Pittsburgh Penguins (98), die beinahe den gegenteiligen Weg eingeschlagen hätten. Viel hat nicht gefehlt und die Playoffs wären ohne Sidney Crosby und Evgeni Malkin vonstatten gegangen. Außen vor bleiben nun wie erwähnt die Boston Bruins (96), während dahinter die Florida Panthers (91) und Columbus Blue Jackets (89) im Endspurt abgehängt wurden. Ebenfalls ohne Playoffs endet die Saison für die Philadelphia Flyers (84), New Jersey Devils (78) und Carolina Hurricanes (71). Bei den Toronto Maple Leafs (68) ereignete sich ein eklatanter Absturz und personell bleibt dort nun wohl kein Stein auf dem anderen. Schlechter waren nur die Buffalo Sabres (54), die als schwächstes Team der Saison jedoch super Aussichten auf eines der beiden Toptalente im Draft haben.

In der Western Conference konnten die Anaheim Ducks (109) ihre tolle Form bis zum Ende durchhalten und gewannen die Pacific Division ebenso souverän, wie die punktgleichen St. Louis Blues (109) die Central Division. Hinter den Blues landeten die Nashville Predators (104) nach tollem Start überraschend sicher in den Playoffs, während sich die Chicago Blackhawks (102) ohne ihren verletzten Starspieler Patrick Kane am Ende etwas quälten. Im Schatten der Ducks qualifizierten sich die Vancouver Canucks (101) nach einer verkorksten Vorsaison wieder wie gewohnt für die Endrunde und auch ihre kanadischen Landsleute der Calgary Flames (97) sind nach einigen Jahren Pause wieder mit dabei, wenn es um den Titel geht. Die Wildcards gingen im Westen an Minnesota Wild (100) und Winnipeg Jets (99), letztere erstmals seit dem Umzug der Franchise 1999 nach Atlanta wieder unter dem alten Banner. Neben Titelverteidiger Los Angeles Kings (95), schon im letzten Jahr nur als Wildcard-Team in den Playoffs dabei, mussten die Dallas Stars (92) im Endspurt schließlich passen. Auch Topscorer und Art-Ross-Trophy-Sieger Jamie Benn (87) konnte das Aus nicht verhindern. Ebenfalls ohne Endrundenteilnahme bleiben diesmal die Colorado Avalanche (90) und die San Jose Sharks (89), bei denen die zweitlängste aktive Playoffserie der NHL hinter Detroit riss. Die Edmonton Oilers (65) und Arizona Coyotes (56) hingegen waren schon sehr früh aus dem Rennen.

In den Playoffs kommt es nun ab heute Nacht zu folgenden Duellen:

St. Louis Blues vs. Minnesota Wild
Nashville Predators vs. Chicago Blackhawks
Anaheim Ducks vs. Winnipeg Jets
Vancouver Canucks vs. Calgary Flames

Montreal Canadiens vs. Ottawa Senators
Tampa Bay Lightning vs. Detroit Red Wings
New York Rangers vs. Pittsburgh Penguins
Washington Capitals vs. New York Islanders

Namenloses Vergessen – Kapitel I

Wie schon im vergangenen Monat erwähnt, widme ich mich in meiner wenigen Freizeit aktuell mit Vorliebe der Verschriftlichung eines Forum-Abenteuers im Universum von “Das Schwarze Auge”. Schon während meiner Schulzeit haben wir aktiv Rollenspiel in Aventurien betrieben, zumeist zu fünft, aber auch zu viert oder zu sechst. Es sind schöne Erinnerungen, die ich an diese Zeit habe und gerade der harte Kern, der von Anfang an dabei war, wird immer einen besonderen Platz in meinem Leben einnehmen. Leider ist unsere Spielrunde mit zunehmenden Alter und Zeitfindungsproblemen eingeschlafen, so dass mein Freund Jörg und ich uns parallel schon im Oktober 2003 an ein Online-Abenteuer beim DSA-Ring machten. Das “Namenlose Vergessen” war geboren und trotz einiger Phasen der Inaktivität sind mittlerweile fast 9.000 Beiträge im Hauptplot und mehrere hundert in Nebenplots entstanden. Derzeit ist das Abenteuer im Heldenforum aktiv, falls mal wer reinschauen mag! Das Projekt der Verschriftlichung lag mir schon oft am Herzen, auch wenn es vielleicht nur eine private Geschichte für Jörg und mich wird. Mittlerweile ist das Manuskript etwa 200 Seiten stark und das dritte Kapitel steht kurz vor dem ersten großen Höhepunkt des Abenteuers, einer Seeschlacht der Helden in der Blutigen See. In unregelmässigen Abständen werde ich euch ab heute mit Auszügen aus dem Buch beglücken und freue mich wie immer über euer Feedback!

Der erste Auszug aus dem Buch befindet sich in etwa in der Mitte des ersten Kapitels und schildert die Ankunft von vier Helden in Festum, der Hauptstadt des Bornlands und Ausgangpunkt des Abenteuers.

An Deck der „Heiligen Efferdane“ begaben sich unterdessen drei der vier zum Schutz der Kogge angeheuerten Kämpfer von der Backbord- auf die Steuerbordseite, als das Heck des Handelsschiffs durch den Wind ging und sich auf den anderen Bug legte.

„Wie konnte ich mich bloß auf diesen Wahnsinn einlassen? Ich muss betrunken gewesen sein.“ Sedrox, Sohn des Sertox, spuckte abfällig einen Klumpen Kautabak über Bord in das Hafenbecken.

„Oh ja, das wart Ihr.“, versetzte eine großgewachsene Kriegerin mit dunkelbraunen Haaren, sich eine widerspenstige Strähne wieder hinter das rechte Ohr schiebend. „Als die Werber Euch an Bord brachten, mussten sie eine zweite Planke ausbringen, damit sie Euch sicher an Deck wuchten konnten.“

Karima Karenkis schmunzelte bei der Erinnerung an ihr Kennenlernen mit Sedrox vor einigen Tagen in Kannemünde. „Ich weiß bis heute nicht, ob es der Kapitän war, der Euren Tobsuchtsanfall mit vorgehaltener und von Euch unterzeichneter Musterrolle beendete. Oder war es doch Eure erste Gabe an die Meeresbewohner, als sich Euer Mageninhalt über die Reling verabschiedete?“

Auch ohne hinzuschauen wusste Karima, dass Sedrox ihr einen scharfen Blick zuwarf. Doch immerhin hatten Numba Gelimma und sie sich um den unfreiwillig Freiwilligen gekümmert und ihn wieder aufgepäppelt.

Der aufsteigende Zorn des Zwerges verrauchte daher so rasch, wie er gekommen war. „Nur noch Gold kann dieses Verbrechen an mir wieder gutmachen. Blanke, blitzende und klimpernde Dukaten. Immerhin sind wir nicht untergegangen – noch nicht.“

„Verzeiht, aber war es nicht Gold, das Euch erst in diese unangenehme Situation einer Seefahrt versetzte?“, mischte sich nun auch Numba in das Gespräch ein. Der hochgewachsene, dunkelhaarige Sohn einer Maraskanerin und eines Soldaten aus dem Mittelreich hatte schon sein Gepäck an Deck gebracht und wartete entspannt auf ihre Ankunft in Festum.

„Ihr erinnert Euch doch sicherlich noch, dass Ihr mir drei Dukaten und vier Silberstücke schuldet, die ich Euch geliehen habe, damit Ihr nicht die Bordratten verspeisen musstet?“ Der Schwertkämpfer mit der braunen Haut und dem krausen Haar kicherte leise.

„Ich bin beraubt worden!“, empörte sich Sedrox laut, mit seinen klobigen Fingern aufzählend. „Zunächst meines Goldes, dann meiner Freiheit und schließlich meiner Würde! Bei Ingerimm, seid beide froh, dass ich bei diesem Gerüttel und Geschüttel nicht vernünftig mit meiner Armbrust zielen kann und mir auch nicht meine Axt in den Fuß jagen mag.“

Zunächst klang die tief-brummende Stimme des Angroscho bitterböse, doch er beendete seine Ausführung mit einem aus tiefster und breitester Zwergenbrust hervorsprudelnden Lachen, in das die beiden anderen und sogar der ganz in ihrer Nähe stehende Kapitän Wardjoff einfach einstimmen mussten.

„Wahrschau an den Tauen, refft die Segel! Steuermann, bringt sie sanft an den Anleger, wenn ich bitten darf. Klarmachen zum Anker werfen!“ Der erste Offizier übernahm für seinen Vorgesetzten, der sich gerade mit einem Taschentuch Lachtränen aus den Augenwinkeln wischte. Auch für Wardjoff war die Ankunft in Festum eine große Erleichterung und seine aufgestauten Sorgen und Nöte entluden sich nun in einem Lachanfall, den er nur allmählich und mühsam unterdrücken konnte.

An Bug und Heck wurden nun zwei Taue ausgebracht, um die „Heilige Efferdane“, die endlich mit geringer Fahrt längsseits ihres Bestimmungsortes angelangt war, festzumachen. Mit einem leichten Rucken schlug die Kogge an den Anleger und schon wurden zwei stabile Holzplanken ausgebracht.

Natürlich eilte Sedrox als Erster von Bord, Axt und Armbrust auf dem Rücken gekreuzt, seinen Rucksack wie zur Absicherung mit beiden Armen vor dem mächtigen Bauch umklammernd. Kaum hatte er die Planke hinter sich gelassen und den gepflasterten Hafenboden betreten, da taumelte er auch schon zunächst nach Back- und dann nach Steuerbord. Seine Beine versagten nach den langen Tagen auf See und das glatte, vereiste Pflaster tat sein Übriges, dass der Zwerg um ein Haar im Hafenbecken zwischen Schiff und Kai gelandet wäre.

Doch die beiden Matrosen, die die Planken ausgebracht hatten, packten beherzt zu und so betrat Sedrox das Land wieder auf die gleiche Art und Weise, wie er seinerzeit in Kannemünde das Schiff betreten hatte – untergehakt zwischen zwei kräftigen Seeleuten, die ihn nun an einem kleinen Unterstand wenige Schritt vom Schiff entfernt auf eine verschneite Kiste plumpsen ließen.

Flug 9525 – kollektive Trauer

Am Dienstagvormittag zerschellte der Germanwings-Flug 9525 von Barcelona nach Düsseldorf in einem Bergmassiv in Südfrankreich. 150 Menschen, darunter 14 Schülerinnen und -schüler aus Haltern mit ihren zwei Lehrerinnen, kamen ums Leben. Mittlerweile ist klar: Der psychisch kranke Co-Pilot hat den Airbus bewusst in einen Sinkflug versetzt, als der Pilot zur Toilette ging, und nicht nur sein Leben beendet, sondern gleichzeitig das von mindestens 149 Familien nachhaltig zerstört. Auch mein Mitgefühl gilt den Familien der Toten, und das nicht nur, weil Haltern gerade einmal zwanzig Kilometer entfernt liegt und zum gleichen Kreis gehört. Die Welle der Trauer und des Mitleidens, wie Bundespräsident Gauck es ausdrückte, schwappt auch Tage nach dem Unglück noch durch Deutschland und die ebenfalls stark betroffenen Nationen Frankreich und Spanien.

Die Erkenntnisse der Ermittler werfen jedoch auch ein Bild auf eine Schattenseite unserer Gesellschaft. Wie konnte ein psychisch kranker Mensch in einer so verantwortungsvollen Rolle eingesetzt werden? Warum spielen psychologische Tests bei der Pilotenausbildung nur eine untergeordnete Rolle und verschwinden dann ganz? Ist die Terrorsicherung der Cockpittür vielleicht ein falscher Ansatz zum Schutz der Passagiere? In den kommenden Wochen müssen die betreffenden Unternehmen, Behörden und Einrichtungen genau diese Fragen beantworten. Eine andere liegt für mich auf der Hand: Muss unser Land den Umgang mit psychisch Kranken verbessern? Ein klares ja! Für Versicherungen sind psychische Krankheiten ein Ausschlusskriterium, sie übernehmen das Risiko nicht, das in der Konsequenz daraus entstehen kann. Die Lufthansa, als Muttergesellschaft der Germanwings, hätte den Todespiloten sicherlich nicht in einer derart verantwortungsbewussten Aufgabe eingesetzt – wenn er denn überhaupt seinen Traum als Pilot hätte realisieren können.

Die gesellschaftliche Ächtung von psychischen Erkrankungen ist weiterhin immanent, vielen Betroffenen wird vorgeworfen, sich anzustellen oder zu simulieren. Es ist wie mit dem Burnout: Es muss erst etwas Schlimmes passieren, damit die öffentliche Wahrnehmung sich veschiebt. Ich selbst werde auch immer belächelt, wenn es um meine Probleme geht, die sich in der Zeit meiner Selbständigkeit eingeschlichen haben. Wenn ich meine Angst vor dem Telefonieren mit Fremden mal wieder nicht überwinden kann oder unangenehme Dinge elendig lange aufschiebe. Es ist schon nicht leicht, so vermeintlich leichte Probleme in den Griff zu bekommen. Wie stark müssen sich dann erst eklatante psychische Erkrankungen auf das Leben der Betroffenen auswirken? Wir werden unseren Umgang mit diesem Problemfeld verändern, die Erkrankungen aus der gesellschaftlichen Ächtung herausholen, sie kollektiv akzeptieren und die Hilfe für die Betroffenen intensivieren müssen. Wenn der Todesflug schon Leid und Elend über viele Menschen bringt, dann darf er wenigstens nicht umsonst gewesen sein!

Ruhet in Frieden

Blockupy-Protest in Frankfurt: Links ist das neue Rechts

Am Samstag wappnete sich Wuppertal für einen polizeilichen Ausnahmezustand: Neben Pegida hatten auch Hogesa und Salafisten Demonstrationen angemeldet, was erwartungsgemäß auch Gegendemonstrationen nach sich ziehen würde. Während die Polizei die Veranstaltung der in der Mehrzahl rechten Teilnehmer der “Hooligans gegen Salafisten” noch am Vormittag auflöste, fanden die beiden anderen Kundgebungen statt. Mit deutlich weniger “Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes” als erwartet auf der einen bzw. einer verschwindend geringen Anzahl an islamistischen Radikalen. Durchgehend war die Zahl der friedlich gegen die drei Randgruppen protestierenden Gegendemonstranten größer. Wuppertal überstand den Großkampftag ohne größere Probleme, obwohl drei der derzeit “angesagtesten” und zu Recht kritisierten und medial verdammten Organisationen für ihre Thesen und Lehren auf die Straßen gegangen waren.

Die hässliche Fratze der Gewalt (Photo: Spiegel)

Wuppertal ist nicht Frankfurt, keine Frage. Zudem kam gestern in Frankfurt eine etwa doppelt so große Zahl an Demonstranten zusammen, um gegen die Eröffnung des 1,2 Milliarden schweren neuen Protzbaus der Europäischen Zentralbank zu demonstrieren. Die Kapitalismuskritiker versammelten sich am Nachmittag friedlich auf dem Frankfurter Römer, die Polizei schätzt 17.000 Teilnehmer. Doch was in Erinnerung bleiben und Blockupy (ein Zusammenschluß kapitalismuskritischer Organisationen) nachhaltig in Verruf bringen wird, sind die Ereignisse des Vormittags. Die Mainmetropole erlebte einen Ausnahmezustand von Gewalt, brennenden Autos und Angriffen auf Polizisten und Gebäuden. Bilder gingen durch die Medien, die sonst nur von den Chaostagen oder Maidemonstrationen bekannt sind. Offenbar haben im Vorfeld der angemeldeten Veranstaltung viele Blockupy-Aktivisten aus dem Antifa- und Autonomenmilieu, auch aus dem Ausland, die große Bühne genutzt, um ihren Frust auf nicht zu tolerierende Art und Weise abzulassen. 220 Verletzte und 19 Festnahmen später, die derzeit offiziellen Zahlen der Polizei, ist die Bilanz des Vormittags ein Schlag ins Gesicht der vielen Demonstranten, die nachmittags friedlich ihren Unmut mit der aktuellen europäischen Finanzpolitik kundtaten.

Notgedrungen lieferte die Polizei in Frankfurt ihren Beitrag zum gewünschten Bild: Knüppelschwingende, gepanzerte Einheiten trafen auf vermummte, Steine werfende Aktivisten. Die Macht der Straße forderte die Staatsmacht heraus. Der Ort war gut gewählt für diese Botschaft, denn wo anders kann man besser gegen Kapitalismus und seine Auswüchste demonstieren, als in der deutschen Bankenmetropole? Die Botschaft von Blockupy richtete sich daher nicht alleine gegen die EZB, sondern war auch ein deutlicher Fingerzeig Richtung Berlin. Die Quittung wird kommen, keine Frage. Aber anders, als sich die Randalierer das vorgestellt haben. Die Antwort auf diesen Vormittag kann nur eine Verschärfung der Frontstellung bringen. Die Polizei wird beim nächsten Mal besser aufgestellt sein, mit einem derartigen Gewaltexzess rechnen. Während sich die friedlichen Protestierenden verstärkten Repressionen bei ihrem Recht auf Meinungsäusserung ausgesetzt sehen werden, dürften die Unverbesserlichen unter den Randalierern genau darauf spekulieren und mit steigender Gewalt auf die staatliche Machtsicherungsbestrebungen reagieren. Es droht eine Spirale der Gewalt, die am Ende keinem nutzt. Denn, und da machen wir uns besser nichts vor, alle vier genannten Gruppierungen in diesem Beitrag sind Randgruppen der Gesellschaft. Sie können in ihrer aktuellen Größe nichts, aber wirklich auch garnichts bewegen! Im Gegenteil: Der Gewaltausbruch erschüttert massiv die Legitimation der Kapitalismuskritiker. Fortsetzung folgt, leider.

Was mich persönlich betrübt ist die andauernde Marginalisierung des Linksextremismus in Deutschland. Ich habe bewusst Wuppertal und Frankfurt gegenüber gestellt, denn die Nemesis vieler Deutscher im Jahr 2015 demonstrierte in Wuppertal: Radikale Ismalisten, Rechte und tendenziell auch rechts der Mitte anzusiedelnde Pegiden. Bis auf ein paar Böller blieb es dort friedlich, anders als in Frankfurt, wo der Kern der Randalierer dem linken Spektrum zuzuordnen ist. Meine Beobachtung ist schon seit Jahren, dass wir in Deutschland einen falschen Blickwinkel haben. Wir verteufeln alles, was rechts ist – geschenkt und natürlich gut so. Aber wir vergessen dabei, dass nur antifaschistisch, also gegen rechts zu sein, einen nicht zu einem besseren Menschen macht. Das nehmen diese Kreise aber für sich in Anspruch, sie sind per se die Guten. Und leider fallen unsere Politiker, zuletzt Frau Schwesig, auf dieses Image herein. Es ist Zeit, den Linksextremismus auf eine Ebene mit dem rechter Coleur zu stellen! Berlin, bitte übernehmen sie. Für alle friedlichen Blockupy-Anhänger: Trennt euch von den Radikalen, sonst ziehen sie euch mit runter! Die einzige legitime Art und Weise in einer Demokratie Dinge zu verändern ist neben friedlicher Meinungsäusserung die nächste Wahl. Kreuzt an den Stellen, wo sich eure Ansichten am besten vertreten lassen. Und das sind nicht linke und ebenso wenig rechte Parteien, sondern die vier der Mitte.

Ende der Sendepause

Es gibt Zeiträume im Leben, die nicht leicht sind und die viele Dinge zur Nebensache werden lassen. Anfang des Jahres lief bei mir gleich so viel schief, dass die Motivation für mein Blog gen null tendierte. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen, obwohl eine ganze Reihe von Themen potentiell interssant waren. Manche waren mehr als das: Sie waren eigentlich notwendig. Was war passiert? Eine seit Oktober verschleppte Erkrankung kostete mich vorzeitig mein Praktikum im Kindergarten und brachte meine Zukunftsplanung, die endlich klar vor Augen stand, wieder in höchste Gefahr. Ende offen, der Aufnahmeantrag an der Erzieherschule ist gestellt und ich hoffe, dass es dennoch klappt. In der Vorwoche zum Ende des Praktikums war meine Großmutter im Haushalt gestürzt und lag zwei Tage in der Wohnung. Sie überlebte die Folgen des Sturzes leider nicht. Am Tag ihrer Beerdigung mussten wir unseren Kater Moritz einschläfern lassen, der nach langer Krankheit und viel Kampf leider nicht mehr auf die Beine kam. Zum Full House fehlte nur noch ein weiterer privater Rückschlag oder ein Todesfall, um es sarkastisch auszudrücken. Keine Frage, dass ein Blog da zur Nebensache wird.

Mittlerweile ist das meiste aber zurückgelassen, weitgehend verarbeitet. Helfen werden dabei die Beiträge, die ich nachträglich für den Februar verfassen werde. Geholfen hat mir sicherlich auch ein neues Projekt, in das ich mich derzeit mit Hingabe stürze: Die Verschriftlichung eines Forum-Abenteuers im Universum von “Das Schwarze Auge”. Das “Namenlose Vergessen” startete im Oktober 2003 beim DSA-Ring und umfasst mittlerweile, trotz einiger Phasen der Inaktivität, beinahe 9.000 Beiträge reines Rollenspiel, dazu kommen noch mehrere hundert Beiträge in Nebenplots und OT-Dialoge. Derzeit ist das Abenteuer im Heldenforum aktiv, falls mal wer reinschauen mag! Das Projekt der Verschriftlichung lag mir schon oft am Herzen, denn auch wenn es vielleicht nur eine private Geschichte für Jörg und mich wird, so ist es ein sehr bedeutender Teil meines Lebens. In schweren Zeiten erinnert man sich eben oft an positive Dinge, die das eigene Leben bereichert haben und es immer noch tun. Danke an alle, die mir in den schweren Tagen zur Seite gestanden haben! Hier geht es nun bald weiter: Mit einem aktuellen Beitrag und einer Leseprobe aus dem mittlerweile über 100 Seiten starken Manuskript zum Namenlosen Vergessen. Viel Spaß damit!

NHL: Allstar-Break markiert in etwa Saisonmitte

Während die All-Star-Teams heute Nacht in Columbus aufeinandertreffen, genießen alle nicht gewählten bzw. nominierten Spieler ein paar Tage die Spielpause in der National Hockey League. Für die einen eine wichtige Pause, um den Kopf frei zu kriegen und neu gestärkt eine bessere zweite Saisonhälfte zu spielen, für andere wiederum gilt es, die Akkus wieder aufzufüllen, um vielleicht noch besser zu agieren in Richtung Playoffs. Gerade die Eastern Conference ist derzeit heiß umkämpft, liegen doch die acht Playoff-Teams innerhalb von sieben Punkten – gleiche Zähler haben sie jedoch auch Vorsprung auf das Team auf Platz neun. In der Western Conference dominiert die starke Central Division, während die Pacific Division – mit Ausnahme der Anaheim Ducks, derzeit das beste Team der NHL – für einen engen Playoffkampf um die Wild Cards sorgt.

Bestes Team im Osten sind hingegen die Tampa Bay Lightning (64), bei denen viele junge Spieler derzeit extrem erfolgreich einschlagen und das Team um Starspieler Steven Stamkos auf ein neues Level hieven. Dichtauf in der Atlantic Division sind die Detroit Red Wings (63) mit einem Spiel weniger und die Montreal Canadiens (61) mit zwei Spielen weniger, so dass der Kampf um die Spitze derzeit richtig spannend ist. Auch die Red Wings profitieren nach dem verletzungs- bedingten Übergangsjahr 2013/14 von den vielen jungen Spielern, die sich aufgedrängt und so einen Umbruch erzwungen haben. Viertes Team der Division in den Playoffs sind derzeit die Boston Bruins (57) auf einem Wildcard-Platz, die nach einem schwachen Saisonstart allmählich aufholen. In der Metropolitan Division haben die New York Islanders (63) offenbar endlich den Durchbruch geschafft und spielen derzeit deutlich über ihrem bisherigen Niveau. Dichtauf liegen die Pittsburgh Penguins (60), die aber noch nicht so richtig ins Rollen gekommen sind und immer wieder Schwächephasen und Verletzungssorgen zu kompensieren haben. So fallen für das Allstar-Game sowohl Sidney Crosby, als auch Evgeni Malkin aus – nicht gut für das “deutsche” Team der NHL. Es folgen die New York Rangers (58) mit einem erneut erstarkten Rick Nash und die Washington Capitals (57), die derzeit den Wildcardplatz Nummer zwei belegen. Wie schon erwähnt muss der Rest der Conference schon jetzt aufpassen, nicht schon früh die Endrundensegel streichen zu müssen, denn sieben Zähler holt man nicht mal eben so auf. Und sieben sind es nur für die Florida Panthers (50), denn die Ottawa Senators (47) und Toronto Maple Leafs (47) liegen sogar schon zehn Punkte zurück. Auch für die Philadelphia Flyers (45), Columbus Blue Jackets (43) und New Jersey Devils (42) könnte die Saison schon gelaufen sein. Keine Chancen mehr ausrechnen dürften sich die Carolina Hurricanes (37) und die Buffalo Sabres (31).

In der Western Conference sind wie erwähnt die Anaheim Ducks derzeit das Maß aller Dinge (68) und dominieren die Pacific Division nach Belieben. Bei zwölf Punkten Vorsprung vor dem kalifornischen Lokalrivalen San Jose Sharks (56) könnte die NHL das Banner für den Gruppensieg eigentlich schonmal nach Anaheim schicken. Die Vancouver Canucks (55) und Calgary Flames (53) auf dem Wildcard-Platz belegen die weiteren Qualifikationspositionen am Pazifik und sorgen derzeit dafür, dass Titelverteidiger Los Angeles Kings (52) ausserhalb der Playoff-Plätze in die Allstar-Pause geht. Doch das sollte man gelassen sehen, denn schon im Vorjahr kamen die Kings nur als achtes und letztes Team der Conference in die Endrunde und waren am Ende dennoch an der Spitze der Liga. Deutlich stärker als die Pacific ist derzeit die Central Division und dort allen voran das Überraschungsteam der aktuellen Saison: Die Nashville Predators (65). Das Team aus der Country-Metropole hatten nur wenige Experten auf dem Zettel, doch alle Neuzugänge schlugen toll ein und mit Center Filip Forsberg (40 Punkte) spielt der derzeit beste Rookie der Liga eine Traumsaison für die Preds. Diese lassen daher aktuell sogar die hoch gehandelten St. Louis Blues (62) und Chicago Blackhawks (62) hinter sich. Schwer auf Playoff-Kurs sind seit langem auch mal wieder die Winnipeg Jets (60) auf dem Wildcard-Platz, der bei acht Punkten auf Los Angeles auch sehr solide wirkt. Hoffnungen auf die Playoffs dürfen sich noch die Colorado Avalanche (50) und Dallas Stars (49) machen, auch Minnesota Wild (46) kann mit seinem Kader vielleicht noch vorrücken. Einmal mehr früh beendet ist die Saison für die Arizona Coyotes (37) und die Edmonton Oilers (33), bei denen das deutsche Toptalent Leon Draisaitl schon zum Lernen in die Juniors zurückgeschickt wurde.

Jakub Voracek

Bester Scorer der NHL – und das bei einem momentan nicht für die Playoffs qualifizierten Team! – ist derzeit Jakub Voracek von den Philadelphia Flyers. Die 56 Punkte des jungen Tschechen sind jetzt schon sehr nah an seiner persönlichen Rekordmarke aus dem Vorjahr (62) und katapultieren den Right Wing endgültig unter die Elitespieler der Liga. Mit Tyler Seguin (Dallas Stars) folgt der Senkrechtstarter des Vorjahrs mit 52 Punkten, dahinter rangieren mit Patrick Kane (Chicago Blackhawks), Evgeni Malkin, Sidney Crosby (beide Pittsburgh Penguins) und Claude Giroux (Philadelphia Flyers) mit je 51 Punkten die üblichen Verdächtigen um die Scorerkrone. Die besten Torjäger der Liga sind derzeit Seguin, sowie Rick Nash von den New York Rangers mit je 28 Treffern, gefolgt von den üblichen Tormaschinen Alex Ovechkin (Washington Capitals) und Steven Stamkos (Tampa Bay Lightning) mit 27 bzw. 26 Treffern. Bei den Assists dominiert ebenfalls Voracek (39) vor Crosby (36) und Giroux (35). Der beste Keeper der Liga ist bisher eindeutig Pekka Rinne, doch der finnische Schlußmann der Nashville Predators – in allen Kategorien unter den Topkeepern – ist derzeit verletzt und fällt für einige Wochen aus. Bester Rookie ist wie erwähnt sein Teamkollege Filip Forsberg (40). Aus deutscher Sicht läuft die Saison quantitativ ordentlich (acht Deutsche in der NHL gab es lange nicht mehr), doch qualitativ eher mau. Die 13 Zähler von Christian Ehrhoff bei einem starken Team wie den Pittsburgh Penguins sind definitiv ausbaufähig, während Rookie Tobias Rieder (12) bei den Arizona Coyotes überraschend in die Liga rückte und zur Stammkraft wurde. Dennis Seidenberg von den Boston Bruins und Toptalent Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers kommen auf neun Punkte, Marcel Goc von den Penguins auf fünf und Korbinian Holzer für die Toronto Maple Leaf auf vier Zähler. Thomas Greiss startete als Goalie in neun Spielen für die Penguins, gewann davon jedoch nur vier. Auf seine alten Tage kommt Nationaltorwart Rob Zepp zu NHL-Ehren. Der 33-jährige Deutschkanadier konnte drei von sechs Einsätzen für die Philadelphia Flyers siegreich bestreiten. Philipp Grubauer von den Washington Capitals ist in dieser Saison noch keine Alternative in der besten Liga der Welt.